Keine Fische im Fischebach

Fische habe ich im Fischebach keine gesehen. Aber als Fischer habe ich noch nie etwas getaugt. Stundenlang darauf warten, dass einer anbeisst, ist definitiv nicht mein Ding. Aber stundenlang in den Steinen am Ufer herumkriechen oder im Wasser herumzuwaten und neue Aufnahmewinkel zum Fotografieren zu suchen schon. Vor anderthalb Jahren hatte ich mich schon mal einen geschlagenen Nachmittag am selben Flecken an der kleinen Emme mit Langzeitbelichtungen herumgeschlagen.

An Pfingsten war es endlich wieder mal so weit. Aufgrund der Corona-Situation habe ich mir ein Ziel in der Nähe ausgesucht, von dem ich annahm, dass es nicht allzu viele Ausflügler anlocken würde. Erfreut stellte ich schon beim Hinwandern durch saftige Wiesen und duftende Wälder fest, dass praktisch niemand in diesem kleinen Naturparadies unterwegs war. Beim Ziel angekommen fand ich nur zwei oder drei Familien in grossen Abständen verteilt vor.

Und zu meiner Freude war auch der Platz direkt unterhalb des kleinen Wasserfalls noch frei. Ich liebe das Spiel mit dem Licht, der Bewegung im Wasser und dem Glanz und den Farben auf den nassen Felsen und Steinen. Über kurz war ich im wörtlichen Sinn im Flow und probierte verschiedene Winkel und Ausschnitte des kleinen Wasserfalls festzuhalten. Als ich mich nach einer Stunde wieder mal umblickte, waren alle anderen Wanderer verschwunden.

Als sich langsam der Hunger bemerkbar machte, packte ich meine Kamera, Objektive, Stativ und Filter zusammen und machte mich zufrieden auf den Heimweg. Und ich habe mir vorgenommen, nicht wieder vierzehn Monate verstreichen zu lassen, bevor ich wieder ein fotogenes Fliessgewässer aufsuche.

Wer nun Lust auf eine kleine Wanderung am Wasser hat, der informiere sich hier. Vielleicht seht ihr ja mehr Fische als ich. Ihr könnt es mir ja dann schreiben. Oder ein Foto schicken. Aber vielleicht hat es wirklich keine Fische im Fischebach.

 

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